Real Life MBA: 4 Gründe warum Du (noch) nicht studieren solltest

(Lesezeit: ca. 2 Minuten)

Ich habe 4 Jahre in USA studiert, top ranked Business School, größtenteils mit Stipendium – ein Traumstudium! Trotzdem würde Ich es nicht noch mal so machen…

Backstory

Immer wieder werde Ich von jungen Menschen und Start-Up Gründern die ich berate gefragt, ob sie studieren sollten und wie viel meines Studiums ich tatsächlich nutze. Die Antworten sind immer gleich: „nein“ und „wenig“.

Brothers Advice

In der Hoffnung möglichst vielen Menschen zu helfen die sich ähnliche Fragen stellen, teile Ich hier die Gedanken, die Ich meinem kleinen Bruder genau so geschrieben habe, als er mich auch zu diesem Thema gefragt hat.

Wichtig: Ich kann die Entscheidung nicht für dich treffen, hoffe aber dir ein paar wertvolle Denkanstöße zu schenken.

Noch wichtiger: Die Uni war nicht nur unnötig! Die wertvollste Lektion die Ich in meinem Studium gelernt habe, ist Dinge durchzuziehen. Eine seltene Fähigkeit die auf jede Lebenssituation übertragbar ist. Bevor Du also anfängst zu studieren und das Ding dann auch zu Ende bringst, weil auch Du jemand bist der Dinge durchzieht, verschiebe die Entscheidung und “mach erst mal was richtiges” – Du kannst später immer noch studieren.

Disclaimer: Wenn Du Arzt, Anwalt, Lehrer o.ä werden möchtest, großer Respekt, zieh dein Studium durch!

4 Gründe warum Du (noch) nicht studieren solltest

1. Learning by doing

Gefährlich wenig von dem was im Studium gelernt habe, weiß ich noch. Die Lernmethodik war verschult und es ging immer wieder darum, möglichst viel Inhalt zu konsumieren, zur Prüfung wieder auszukotzen und dann für immer zu vergessen.

Alle Fähigkeiten die Ich mir während der Arbeit an meinen Start-Ups aneignen musste, sind für immer Teil meines Skillsets, weil Ich sie durch tägliche Arbeit testen, perfektionieren und wirklich verinnerlichen konnte. Ein Real Life MBA der bestenfalls Umsatz generiert, anstatt Zeit und Geld zu kosten.

Und selbst wenn Du kein Geld verdienen solltest, limitiere einfach deinen potentiellen Verlust in Höhe der Summe die ein Studium dich gekostet hätte.

2. 80/20

Welche 20% deiner Inputs produzieren 80% deiner Ergebnisse? Die Arbeit an deiner Company und nicht in deiner Company generiert überproportionale Ergebnisse.

In meinem BWL Studium ging es jahrelang um Themen wie Buchhaltung, Steuer und Recht, wobei Ich heute genau diese Prozesse an Buchhalter, Steuerberater und Anwälte ausgelagert habe. Die Opportunitätskosten die entstehen würden, wenn ich diese Prozesse selbst umsetzen würde, würden meine Firmen sofort ausbremsen.

Prozesse die noch vor 10 Jahren komplex und Zeitintensiv waren, sind inzwischen leicht automatisierbar. Wir nutzen zB SMACC.io für die Buchhaltung (für einen special Deal einfach einen schönen Gruß von mir bestellen). Freelance Plattformen wie fiverr, Upwork oder 99designs machen es erstmalig wirklich einfach, spezifische Leistungen günstig einzukaufen.

Schlüsselfertige Websites und Shopsysteme sind über Squarespace oder Shopify sofort realisierbar.

3. Free (good) Info on demand

Nichts was ich in der Uni gelernt habe, wäre nicht auch kostenlos in der Bibliothek, Podcasts oder Youtube zu finden gewesen.

Some good places to start:

Neben der Verfügbarkeit ist aber auch die Relevanz ein wichtiger Punkt: Smarte Kids die über die aller neusten online Marketing Mechanismen erzählen, sind in den meisten Fällen einfach deutlich aktueller (und die Info ist erprobt). Darüber hinaus hätte Ich im Selbststudium auch immer genau das lernen können was Ich aktuell im Unternehmen brauche. Buffet-Style, nicht ein vorgefertigtes Menü was jeder aufessen muss, auch wenn er gar keinen Hunger hat.

4. Experience

Immer wieder höre Ich das Argument der Experience, der Community und der neuen Menschen die man in der Uni kennenlernt. Warum geht das nur an der Uni? Mittlerweile findet fast jedes Wochenende irgendwo eine Konferenz, ein Camp oder irgendeine Art Start-Up Event statt, bei dem like-minded-people sich treffen, austauschen und sich gegenseitig helfen.

Du kreierst deine Experience selbst und solange Du nicht für mehrere Jahre in einem festen System gefangen bist, ist deine Experience endlos und frei wählbar.

5. (BONUS) „Job Security“

Die Zeit in der jeder mit einem guten Uni Abschluss 40 Jahre für die Bank nebenan gearbeitet hat, ist vorbei. Die durchschnittliche Dauer die ein Absolvent bei einer Firma verbringt sinkt ständig und beträgt mittlerweile bei Firmen wie Google nur noch knapp 1 Jahr!

Für unsere Start-Ups sitze Ich selbst regelmäßig in Vorstellungsgesprächen und die Fragen die mich wirklich interessieren sind immer gleich:

  • Was kannst Du (wirklich)?
  • Was hast Du schon (selbst) realisiert/versucht?
  • Hast Du schon mal (richtig) gearbeitet?
  • Warst Du schon mal verloren oder neu im Ausland und hast dich behauptet?
  • Was begeistert dich?

Wenn jemand ein netter Mensch ist, den ich respektiere und mit dem ich gerne Zeit verbringen möchte und der genau das Skillset besitzt was aktuell gebraucht wird, dann würde Ich sofort auch jemanden anstellen der überhaupt gar keinen Schulabschluss hat – Skills win, every time!

In der Hoffnung dir bei deiner Entscheidungsfindung geholfen zu haben, wünsche Ich dir nur das Beste und bedanke mich für dein Interesse!

Stay inspired, matthew 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

2 thoughts on “Real Life MBA: 4 Gründe warum Du (noch) nicht studieren solltest

  1. Till says:

    Hallo Matthew,

    cooler Artikel. Du hast mir mit dem Artikel bei meiner Entscheidung nochmal viel geholfen. Danke! Es ist einfach nur zum kotzen, diese vorgefertigten Konzepte aufzusaugen und sie dann wieder hinzuscheißen. Ein Selbststudium bringt so viel mehr für jeden Einzelnen. Themen die uns wirklich interessieren, bleiben auch eher im Kopf hängen.

    Bin aufrichtiger Zuhörer deiner Podcast. Mach weiter so, geiler Content!

    Gruß Till

    1. Matthew Mockridge says:

      Thanks!

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